Schon im Jahre 1886 riefen einige Bürger der damals selbstständigen Gemeinde Schönbrunn einen Rettungsverein ins Leben. Diesen Verein darf man als Vorgänger der Feuerwehr ansehen. Zur offiziellen Gründung einer Feuerwehr kam es am 31. Oktober 1909; im November 1909 erfolgte die Aufnahme in den damaligen Bayerischen Landes-Feuerwehr-Ausschuss. Die beiden Weltkriege forderten auch bei der Schönbrunner Feuerwehr viele Opfer. Nachdem durch die Wirren des 2. Weltkrieges auch die ursprüngliche Fahne der Wehr verloren ging, wurde 1950 eine neue Standarte angeschafft Im selben Jahr wurde dann zum 40-jährigen Bestehen ein großes Feuerwehrfest mit Fahnenweihe gefeiert.
Im Zuge der Gebietsreform wurde zum 1. Juli 1972 die Gemeinde Schönbrunn in die Stadt Landshut eingemeindet. Seit dieser Zeit gehört die Feuerwehr Schönbrunn als Löschzug (LZ) 8 zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Landshut.
Im Mai vergangenen Jahres hatte die Feuerwehr Landshut mit allen Löschzügen ihr 150jähriges Gründungs-jubiläum gefeiert. Aus nahliegenden Gründen verlegten die Verantwortlichen des LZ Schönbrunn die 100-Jahr-Feier deshalb auf Sonntag den 9. Mai 2010. Diese Entscheidung und die Wahl des Bereichs der Hochschule Landshut als Veranstaltungsort fanden an dem frühlingshaften Festtag ihre gelungene Bestätigung. Bis zum Jubiläumstag gingen für Festausschuss und die zahlreichen Helfer viele Monate der detaillierten Planungen und umfangreichen Organisation voraus.
Bei idealem Wetter begann am Sonntagmorgen der Spielmannszug der Feuerwehr Landshut mit der Einholung der eingeladenen Vereine: Feuerwehr Adlkofen (Patenverein), Feuerwehr Jenkofen (Nachbarwehr), Abordnungen aller Landshuter Löschzüge und des THW Landshut. In seiner Begrüßung konnte Zugführer (ZF) Christian Köppl neben den Führungsspitzen der FF Landshut zahlreiche Ehrengäste herzlich willkommen heißen. Es gaben die Ehre ihres Besuches: Regierungspräsident Heinz Grunwald, Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein, Oberbürgermeister Hans Rampf, Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer, der Präsident der Hochschule Landshut Dr. Erwin Blum, zahlreiche Landshuter Stadträte, hochrangige Vertreter des öffentlichen Dienstes sowie Angehörige von Organisationen und Einrichtungen, die der Feuerwehr verbunden sind. Der Schönbrunner Zugführer dankte für ihr Kommen auch den aktiven und passiven Feuerwehrleuten, darunter Ehren-Stadtbrandrat Elmar Schlittmaier und Ehren-Vorsitzender Fritz Rampfmoser. Anschließend gab Köppl einen interessanten Abriss zur Geschichte des LZ Schönbrunn. Ein weiteres Grußwort sprach Erster Vorsitzender Erich Hackl.
Nach einem Frühstück auf dem Campus der Hochschule marschierten in einem langen Zug Gäste und Feuerwehrleute unter Führung des Spielmannszuges der FF Landshut und mit Begleitung der Frauenberger Feuerwehrkapelle nach Auloh zur Kirche St. Vinzenz von Paul. In der voll besetzten Kirche zelebrierte Pfarrer Wilhelm Pitschmann für die verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr Schönbrunn und zu Ehren des Hl. St. Florian – dem Schutzpatron der Feuerwehren - ein feierliches Hochamt. Mit der Aufführung der „Deutschen Messe von Haydn“ durch die Feuerwehrkapelle sowie der musikalischen Umrahmung durch die Organistin Frau Schmöller wurde der Festgottesdienst feierlich gestaltet. Nach seiner Predigt, die inhaltlich hauptsächlich von der Bedeutung des Namens „Florian“ und vom Wirken des Hl. Florian geprägt war, segnete Pfarrer Pitschmann die restaurierte Standarte des LZ Schönbrunn und fünf Fahnenbänder.
Ein neues Band stiftete Festmutter Dr. Anna Maria Moratscheck. Kathrin Seibold, die Enkelin der Fahnenmutter aus dem Jubiläumsjahr 1950, überbrachte das erneuerte Band der damaligen Fahnenmutter Katharina Seibold. Frau Rosemarie Jahn war bereits 1950 als 15-jähriges Festmädchen „mit dabei“! So war es für sie eine besondere Freude, dass sie das restaurierte Band der Festdamen aus dem Jahr 1950 überreichen durfte. Ralf Veitl, der Vorstand des Patenvereins überreichte das restaurierte Band der FF Adlkofen von 1950 mit der Zusicherung, dass die Patenschaft auch in Zukunft Bestand haben wird. Andrea Nettinger, förderndes Mitglied im Löschzug Schönbrunn und Tochter von Ehrenbrandmeister Max Nettinger, heftete das von der Stadt Landshut gestiftete Trauerband an die Standarte.
Auf dem Kirchenvorplatz hatten zwischenzeitlich zwei neue Einsatzfahrzeuge der Stadtlöschzüge Aufstellung genommen (ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF 20/16 und ein Kleinalarm-Fahrzeug KlaF). Pfarrer Pitschmann segnete nach dem Gottesdienst beide Fahrzeuge. Mit dem Wunsch für stets unfallfreie Fahrt übergab er an SBR Gahr zwei Christophorus-Plaketten.
In einer kurzen Rede brachte Oberbürgermeister Rampf seine Verbundenheit mit dem LZ 8 zum Ausdruck. Er betonte, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Feuerwehr-Gerätehauses für den Löschzug Schönbrunn begonnen werde. Die Feuerwehr sei für die Sicherheit und den Schutz der Stadt Landshut sehr wichtig - es dürfe daher an dieser Stelle nicht rationalisiert werden.
Stadtbrandrat Erich Gahr sprach abschließend Herrn Pfarrer Pitschmann den Dank der Feuerwehr für den Gottesdienst und die Segnung der Fahrzeuge aus.
Nach dem von der Feuerwehrkapelle intonierten und gemeinsam gesungenem „Großer Gott wir loben Dich“ erfolgte mit klingendem Spiel der Rückmarsch zum Hochschulgelände.
Das wohlschmeckende Mittagessen (Schweinebraten mit Knödl und Kartoffelsalat) aus der Küche der Hochschul-Mensa vereinte Gäste und Feuerwehrleute bei angenehmer Witterung auf dem Freigelände. Für den nachmittäglichen Appetit der Besucher hielten fleißige Hände selbstgemachte Kuchen sowie Getränke und Grillspezialitäten bereit. Dem reichhaltigen Angebot stand eine rege Nachfrage gegenüber.
Besonderen Anklang bei den Kindern fanden am Nachmittag die Rundfahrten mit Feuerwehr-Fahrzeugen und das Löschen am kleinen Spritzenhaus. Warteschlangen bildeten sich bei der Drehleiter der Stadtlöschzüge, wo Groß und Klein im Rettungskorb den Blick aus großer Höhe über das Gelände genießen konnten. Das Interesse der Zuschauer hatten auch zwei Vorführungen der Stadtlöschzuge: Rettung einer eingeklemmten Person nach einem Verkehrsunfall sowie die durch Wasser ausgelöste spektakuläre Explosion eines Fettbrandes.
Am späten Nachmittag endete die in guter Erinnerung bleibende Jubiläumsfeier. Mit seinem Ablauf und Inhalt hat dieser Jubiläumstag dem Löschzug Schönbrunn eine nachhaltige Würdigung gebracht. Der Tag brachte von vielen Seiten hohe Anerkennung für das bisher Geleistete. Gleichzeitig brachte der Löschzug deutlich zum Ausdruck, dass er auch künftig ein verlässlicher Partner für die Sicherheit der Bürger nicht nur in seinem zuständigen Bereich bleibt. Als Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Landshut gelte dies selbstverständlich auch für die Bürger der gesamten Stadt Landshut und für Hilfeleistungen in angrenzenden Gemeinden.
Ein großes Dankeschön allen Verantwortlichen, Helfern und Unterstützern, die mit Rat und Tat sowie mit hohem persönlichen Aufwand das Gelingen der Feier ermöglichten. Vielen Dank auch an Gäste und Besucher, die mit ihrer Anwesenheit ihre Wertschätzung der Feuerwehr zum Ausdruck gebracht haben.
Bis zu dieser Eingliederung hatte die Freiwillige Feuerwehr Schönbrunn fünf Kommandaten:
Markus Seibold: Kommandant von 1909 bis 1921
Michael Neumeier: Kommandant von 1921 bis 1935
Martin Wackerbauer: Kommandant von 1935 bis 1945
Xaver Zehentbauer: Kommandant von 1945 bis 1961
Maximilian Forster: Kommandant von 1961 bis 1972 sowie Zugführer von 1972 bis 1974